Präsentationstechnik

Mach deine Präsentation zu einem unvergesslichen Erlebnis!

Dein Präsentationstraining Präsentation Erlebnis

Was macht eine Präsentation zu einem Erlebnis? Ganz sicher nicht die zwanzigste Präsentation mit dem Standardlayout, oder? Nein, ganz sicher nicht. Aber was macht dann eine Präsentation zu einem Erlebnis?

In diesem Artikel gebe ich dir Anregungen wie du eine Präsentation zu einem Erlebnis machen kannst.

Erstmal kommt es bei dieser Frage auf den Kontext an in dem die Präsentation gehalten wird. Die Frage muss differenziert beantwortet werden bei einer Präsentation im Studium oder im Job.

 

1. Fall: Präsentationen als Erlebnis im Studium

Folgendes Szenario: du musst deine Ergebnisse in einer Hausarbeit oder Marktanalyse vorstellen. Bei so einem Beispiel hast du mehrere Möglichkeiten die Präsentation aufzupeppen. Nehmen wir an du musst eine Analyse über die Schokoladenmarke „Lindt“ machen.

Beispiele für diese Präsentation:

  1. Jedem Zuhörer ein Produkt auf den Platz legen
  2. Ein paar größere Schokoladen für ein Gewinnspiel mitbringen
  3. Nur einzelnen Zuhörern Schokolade geben
  4. Gamification – Mache ein interaktives Spiel aus der Schokoladenverteilung
  5. Wenn du starten sollst mit der Präsentation, erstmal ganz genüsslich ein Stück Schokolade essen
  6. Bei jedem neuen Abschnitt der Präsentation ein Stück Schokolade verteilen
  7. Fun Facts über Schokolade aufzeigen bei jedem neuen Menüpunkt

Wichtig ist hierbei, dass du darauf achtest deine Zuhörer nicht abzulenken, sondern viel eher durch die „Erlebnisse“ diese an die Präsentation bindest.

Mal ehrlich, was sind die Erlebnisse, die sich in dein Gedächtnis einbrennen? Es sind die bei denen Emotionen geweckt werden. Die Grundemotionen der Menschen zeigen klar, dass nicht alle geeignet sind (eine Übersicht der Emotionen in der Psychologie haben Ortony und Turner (1990) zusammengestellt).

Grundemotionen von Menschen

Präsentation Erlebnis

 

Die obige Liste ist größtenteils angelehnt an Shaver et all (2001) mit einer Ergänzung von Ekel.

Um positiv in Erinnerung zu bleiben, sollten wir versuchen uns auf Freude und Überraschung zu konzentrieren. Alle anderen fliegen erstmal raus. Wen das Thema Emotionen und die entsprechenden Publikationen dazu interessieren, findet auf changingminds eine gute Übersicht.

 

Wie kannst du Freude und Überraschung in deine Präsentation einbinden?

 

Überraschung

Starten wir mit Überraschung. Wie kannst du deine Zuhörer überraschen? Ganz einfach, tue etwas mit dem sie nicht rechnen. Starte deine Präsentation z. B. indem du erstmal ganz bewusst ein Stück Schokolade isst, wobei du eigentlich schon präsentieren solltest.

Pass bei diesem Ansatz nur auf, dass der Dozent nicht die Krise kriegt. Letztlich ist dein Ziel ja auch bei ihm einen guten und vor allem bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Ich habe z. B. mal zum Start einer Präsentation ein Red Bull aufgemacht und getrunken. Ich denke die Dozentin dachte, dass die letzte Nacht wegen der Präsentation etwas kurz war. Weit gefehlt, es ging um die Präsentation von der Marke Red Bull. Allein das Zischen der Dose beim Öffnen verlieh der Präsentation und auch der Note Flügel.

Zusätzlich dazu haben wir damals mit dem Kommilitonen ein Sixpack Red Bull zum Verschenken mitgebracht, wer die am Ende gestellten Fragen richtig beantwortet hat, hat das Sixpack bekommen. Die Fragen waren natürlich einfach gehalten.

Es ging bei dieser Aktion weniger darum die anderen Kommilitonen, die wahrscheinlich noch mit ihrer Präsentation beschäftigt sind, zu beeindrucken.

Allein der Fakt, dass wir die 4 Euro in die Hand genommen haben, um die Präsentation zu unterstützen hat uns zu einer guten Note verholfen. Warum? Die Dozentin hat wahrgenommen, dass uns das Thema wichtig war und dass wir uns Mühe für die Präsentation gegeben haben.

 

Freude

Freude ist ein fast schon philosophisches Thema. Wie viele Menschen haben schon versucht zu ergründen was den Menschen Freude bereitet?

Freude ist super. Freude = Dopamin. Übrigens auch durch Schokolade erzeugt J Wie kannst du an diesen Rädern drehen? Erstens, empfinde selber Freude. Es ist wichtig, dass du lächelst bei der Präsentation. Diese selbst empfundene Freude steckt andere Menschen an.

Um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen und um Emotionen zu wecken, musst du vor allem auch selber emotional sein. Nein, du sollst nicht weinen oder unverhältnismäßig happy sein. Sei passioniert bei den Inhalten. Es bringt nichts, wenn du versuchst deinen Zuhörern Emotionen zu vermitteln, die du selber nicht empfindest.

Freude entsteht auch durch Witz. Sei witzig an bestimmten Stellen. Nicht jeder ist ein Helge Schneider, aber ein bisschen funny an bestimmten Stellen sollte klargehen. Wenn du deine Zuhörer zum Lachen bringst, ist die Präsentation auf jeden Fall besser!

Ich bin der Meinung auch Schönheit erzeugt Freude. Die Schönheit deiner Folien hat auch einen Einfluss auf die Empfindungen deines Zuhörers. Schöne und ansprechende Folien machen einfach mehr Spaß anzuschauen, als nicht schöne ungeordnete.

 

 

Was tun, wenn ich keinen Bock auf das Thema habe?

Been there. Done that. Kein Problem, stell dir einfach vor, dass dich das Thema fasziniert. Alleine die Vorstellung, dass dich ein Thema interessiert wird schon ungeahnte Kräfte entdecken. Mit dem richtigen Mindset lässt sich alles emotional präsentieren. Ein bisschen theatralisch zu sein kann auch nicht schaden. Aber übertreib es nicht, da es echt sein muss. Der Mensch merkt meistens, wenn er veräppelt wird.

 

Ein paar Praxistipps

Nehmen wir das Beispiel von Automarken. Du präsentierest irgendetwas in Bezug auf Automarken. Um den Zuhörer hier abzuholen, zu involvieren und dafür zu sorgen, dass die Präsentation zu einem Erlebnis wird kannst du folgendes tun.

Du bringst zum Beispiel ein paar Matchboxautos von deinem Neffen mit. (Gibt es die überhaupt noch?) Bei vielen Jugendlichen werden Matchbox Autos Erinnerungen an längst vergessene Zeiten wachrufen. Indem du immer wieder Bezug auf das Matchbox Auto nimmst verknüpfst du die Inhalte deiner Präsentation subtil mit einer Erinnerung und machst somit die Präsentation einprägsamer.

Bei den Beispielen handelt es sich um Marken, die die meisten Zuhörer kennen. Was aber tun bei Marken, Unternehmen oder Themen, die nicht oder nur wenig bekannt sind? Hierzu lässt sich keine pauschale Aussage machen. Sei kreativ, versuche die Inhalte mit einer Überraschung oder mit Freude zu kombinieren.

 

2. Fall: Präsentationen als Erlebnis im Job

Im Beruf ist das Leben hier etwas konservativer aufgestellt. Aber auch hier geht es darum die Präsentation zu einem Erlebnis zu machen. Meine Erfahrung ist, dass allein schon eine gut vorbereitete Präsentation häufig ein Erlebnis für den Zuhörer ist.

Je nach dem in welcher Industrie du unterwegs bist, mag das mehr oder weniger zutreffen. Das Gros der Präsentationen, die ich erlebt habe, war langweilig oder einfach schlecht vorbereitet. Ablesen von den Folien war keine Seltenheit.

Das Leben ist zu kurz für schlechte Präsentationen. Mache du den Unterschied. Wenn es normal ist bei einem Meeting zu sitzen, bitte aufstehen zu dürfen, um etwas Pepp in die Sache zu bringen. Achte hier darauf den Bogen nicht zu überspannen.

Dass eine Präsentation passioniert vorgetragen werden kann, geht auch im Job. Mit Humor musst du hier ein bisschen vorsichtig sein. Zwischen intellektuellem Humor und Mario Barth gibt es eine große Spannweite. Du verstehst sicherlich, was ich meine. Der Rahmen der Präsentation und dein Gefühl bei den Zuhörern kann hier gute Hinweise geben.

Eine Möglichkeit die Präsentation auch in Unternehmen als Erlebnis zu gestalten, ist auch etwas Mysteriöses in die Präsentation einzubauen.

Wenn du beispielsweise eine Analyse eines Produkts präsentieren musst, kannst du z. B. sagen: „Wir haben bei der Analyse ein paar Punkte herausgefunden. Punkt Nr. 3 wird Sie sehr überraschen“. Du glaubst nicht wie gespannt die Leute auf Punkt Nr. 3 warten. Überleg dir vorher, auf welchen Punkt du hinweist und ob er wirklich überraschend ist.

Eine weitere Möglichkeit die Leute einzubinden und die Präsentation so zu einem Erlebnis zu machen, ist auch Muster mitzubringen. Wir alle lieben es Dinge in die Hand zu nehmen und mit Sachen rumzuspielen. Nicht nur einmal hat der Kunde dabei das Muster zerstört… Der gezielte Einsatz der Muster ist wichtig, sonst spielen die Zuhörer nur damit rum ohne auf deine Inhalte zu achten.

Zum Thema Schönheit der Folien im beruflichen Umfeld sage ich, dass es auch hier geht. Ja, häufig sind die Folienlayouts und Designs durch den Folienmaster vorgegeben, aber es gibt immer noch etwas Spielraum ohne den Rahmen der Organisation zu verlassen. Lass dich von meinem Template inspirieren.

 

Zusammenfassung

Präsentationen zu Erlebnissen zu machen ist nicht schwer und kann mit ein paar Überlegungen für viele Präsentationen gemacht werden. Präsentierst du über eine Marke oder für eine Marke, die der Kunde kennt, eignet es sich das Produkt in die Präsentation einzubinden. Alle Marken, die du kaufen kannst, eigenen sich dafür. Du kannst z. B. einen kleinen Wettbewerb machen.

Schokolade oder ein Red Bull zu verlosen mag den Anschein erwecken „platt“ zu wirken, aber du glaubst gar nicht wie einfach wir Menschen letztendlich gestrickt sind. Aber auch hier alles im Rahmen einsetzen und nicht den Bogen überspannen.

Bringe Freude und Überraschung als Emotionen mit in die Präsentation, um sie abwechslungsreicher zu gestalten. Ein paar überraschende Präsentationseinlagen sorgen garantiert für Aufmerksamkeit und für ein Erlebnis.

Im Job ist bei der Thematik mehr Fingerspitzengefühl gefordert. Auch hier kannst du Freude, Überraschung und plastische Anschauungsmaterialien nutzen, um die Präsentation zu einem Erlebnis zu machen. Sei vorbereitet und lasse deinen Zuhörer was erleben.

 

Quellen

Ortony, A., & Turner, T. J. (1990). What’s basic about basic emotions? Psychological Review, 97(3), 315-331. http://dx.doi.org/10.1037/0033-295X.97.3.315

Shaver, P., Schwartz, J., Kirson, D., & O’Connor, C. (2001). Emotional Knowledge: Further Exploration of a Prototype Approach. In G. Parrott (Eds.), Emotions in Social Psychology: Essential Readings (pp. 26-56). Philadelphia, PA: Psychology Press.

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